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Metropolregion Szczecin als Vorbild

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Uckermark hofft vom Wachstum in Polen profitieren zu können

Schwedt. Die Gäste aus Wirtschaft und Gewerbe staunten nicht schlecht beim letzten "Wirtschaftsfrühstück" im Jahr 2016 (ausgerichtet vom Bundesverband mittelständischer Wirtschaft) am 1. Dezember im Schwedter Haus der Wirtschaft. Denn Dr. Przemysław Jackowski, Polenreferent der Euroregion Pomerania e.V., konnte sehr erschöpfend über das Wirtschaftswachstum der Region um die Millionenstadt Szczecin berichten:

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So entsteht gleich hinter der Staatsgrenze in der Ortschaft Pilchowo im kommenden Jahr eine Photovoltaikanlage mit einem Investitionsvolumen in Höhe von umgerechnet rund 800.000 Euro. Die Stadt Szczecin stampft ein Spaß- und Erlebnisbad für 25 Millionen aus dem Boden, in Kołbaskowo baut der Versandhändler Amazon, in Gryfino der Mitbewerber Zalando jeweils riesige Logistikzentren. Ein S-Bahn-Ring nach Berliner Vorbild soll entstehen, welcher auch die Kleinstädte im Umland anbinden würde. Und auch der deutsche Lebensmittelhändler Lidl will vom Aufschwung profitieren, dieser ist in Gesprächen mit den Wirtschaftsförderern auf der anderen Seite der Oder zur Errichtung eines Umschlagplatzes für Lebensmittel.

"Wir rechnen mit etwa 6.000 neuen Arbeitsplätzen in der Region" resümiert dr. Przemysław Jackowski. Der anwesende Präsident der Unternehmervereinigung Uckermark e.V. Siegmund Bäsler zeigte sich beeindruckt und forderte zugleich: "Die Uckermark sollte dabei nicht leer ausgehen, wir haben im Jobcenter doch ein Optionsmodell und genau hier sollte man neue Wege gehen. Jetzt ist es an der Zeit, auch Langzeitarbeitslose über Grenzen hinweg zu vermitteln".

Arbeitskräfte in Polen werden tatsächlich dringend benötigt. Die Arbeitslosenquote in Szczecin liegt derzeit bei nur knapp fünf Prozent, dennoch müssen viele Arbeitnehmer wegen der niedrigen Löhne - der Mindestlohn liegt in Polen bei knapp über 4 Euro - Zweitjobs annehmen, damit sie über die Runden kommen.

Silvio Moritz, Geschäftsführer des Investorcenter Uckermark GmbH (ICU), macht derweil aufmerksam: "Auch in der Uckermark gibt es viele unbesetzte Stellen, doch nur schätzungsweise 30 Prozent der Firmen melden diese an die Arbeitsagentur". Die ICU plant eine spezielle Suchmaschine, die freie Arbeitsstellen auf den Homepages lokaler Firmen ausfindig macht und dann gesammelt präsentieren soll. Doch auch bei der Akquise von Investoren geht man innovative Wege. 2017 sollen auf der Homepage Werbevideos mit 360-Grad-Ansichten aller relevanten Gewerbegebiete im Landkreis Uckermark verfügbar sein. Ämtern und Gemeinden, die keine eigene Wirtschaftsabteilung haben, wolle man noch stärker unter die Arme greifen bei der Suche nach potentiellen Investoren. Silvio Moritz hofft, dass sich die Städte Angermünde und Templin in Zukunft nicht nur als Partner sondern als Gesellschafter an der ICU GmbH und dem zugehörigen Regionalmarken-Management beteiligen werden. Nach dem Motto: "Nur gemeinsam sind wir stark" will sich die ICU künftig noch intensiver dafür einsetzen, dass beispielsweise die Eisenbahnlinie Berlin-Szczecin nicht nur ein- sondern zweigleisig elektrifiziert wird, weiterhin müsste auch gegen hohe Energiepreise gearbeitet werden, die ein großes Hemmnis für potentielle Investoren darstellten. In diesen und auch anderen Planungsfragen habe "die Regionalplanung des Landes Brandenburg in den zurückliegenden Jahren völlig versagt," so Moritz wörtlich. Selbst Gewerbeflächen wie im Szczeciner Umland würden nicht ausgewiesen und angeboten werden. "Wenn das so weiter geht, haben wir in einigen Jahrzehnten nur noch Sand und Steppe in der Gegend. Die rot-rote Landesregierung soll nicht nur Paragraphen von links nach rechts schieben, es müssen endlich Taten folgen," fügte Siegmund Bäsler hinzu.

Die beim Wirtschaftsfrühstück Anwesenden, darunter auch der Geschäftsführer der Schwedter Heizungs- und Sanitärfirma Stephan Kolb sowie PCK-Vorstandsmitglied Verena Leschke und auch Fritz Haegert von der BTT Beton und Tiefbau Prenzlau GmbH wollen nun gemeinsam einen Forderungsbrief, ja vielleicht sogar eine Petition an die Landesregierung formulieren, um auf den ländlichen Wirtschaftsraum und die Standortvorteile der Uckermark durch ihre Lage zwischen den Metropolen Berlin und Szczecin hinzuweisen. Nicht zuletzt bedarf es auch mehr finanzieller Unterstützung.

Ob allein diese Maßnahme ausreicht, um die Uckermark vorwärts zu bringen, werden die kommenden Jahr(zehnt)e zeigen. Der Wille der Wirtschaft ist da, nun fehlt es noch am Gelingen!

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Silvio Moritz (rechts) kämpft als Wirtschaftsförderer für die Uckermark und hat die mittlerweile recht gut etablierte "Regionalmarke UM" maßgeblich entwickelt.

Foto: asc

Veröffentlicht mit freundlicher Genehmiging von Blickpunkt Verlag GmbH & Co.KG

Quelle: http://www.blickpunkt-brandenburg.de/nachrichten/uckermark/artikel/49971/Metropolregion+Szczecin+als+Vorbild

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