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Workshop zu grenzüberschreitenden People-to-People-Projekten in Brüssel

Am 9. Februar 2017 fand in Brüssel ein Workshop zu grenzüberschreitenden People-to-people-Projekten (P2P-Projekte) statt. Dieser richtete sich vor allem an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der EU-Kommission. Ziel des Workshops war es, einerseits über Zweck, Inhalt und Bedeutung von Kleinprojektefonds zu informieren und andererseits gemeinsam über Möglichkeiten der Umsetzung von P2P-Projekten in der kommenden Förderperiode ab 2021 zu diskutieren.

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P2P-Projekte - wichtiges Instrument der Grenzregionen

Im Rahmen der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit in der Europäischen Union stellen People-to-people-Projekte (P2P-Projekte), oft über sogenannte Kleinprojektefonds (KPF) unterstützt, eines der erfolgreichsten Werkzeuge dar. In den letzten Jahren wurden auf diese Weise tausende kleine Projekte realisiert, die Menschen über Grenzen hinweg zu Begegnungen zusammengebracht und vielfältige Impulse in Grenzregionen gesetzt haben. Dennoch gibt es immer wieder Stimmen, welche die P2P-Projekte und ihren Nutzen für Europa in Frage stellen. Einige dieser Stimmen kommen auch aus der Europäischen Kommission.

Präsentation der Euroregionen

Mit einem Workshop für die sogenannten Desk Officer der Kommission, welche für die INTERREG-Programme zuständig sind, sollten die Wichtigkeit und Erfolge der Kleinprojektefonds vermittelt und gleichzeitig eine offene Diskussion über deren konkrete Ausgestaltung nach 2020 geführt werden. Der Workshop wurden von den Geschäftsführern der Euroregionen Pro Europa Viadrina, Toralf Schiwietz, und Elbe/Labe, Rüdiger Kubsch, in enger Abstimmung mit weiteren Euroregionen und der Arbeitsgemeinschaft Europäischer Grenzregionen (AGEG) organisiert.

Im Rahmen des Workshop waren auch die Euroregion Neiße-Nisa-Nysa (CZ), die Euroregion Beskidy (PL) sowie die Region Žilina (SK) vertreten. Die Veranstaltung fand am 09.02.2017 im Verbindungsbüro des Freistaates Sachsen in Brüssel statt. Anwesend waren zehn Desk Officer der Europäischen Kommission sowie einzelne weitere Interessierte.

Reichtum durch Vielfalt

Nach einer kurzen Einführung in die Strukturen, Aufgaben und Arbeitsweise von Euroregionen stellte Toralf Schiwietz eine Vielzahl von P2P-Projekten aus den unterschiedlichen Euroregionen blitzlichtartig vor, um die Vielfalt der Ansätze und Themen zu verdeutlichen. Er fasste diese unter den Schlagworten „Empowerment, Continuity and Creativity“ zusammen. Allen Projekten gemeinsam ist ihr hoher Beitrag zum Zusammenhalt in Europa.

Anschließend erläuterte Rüdiger Kubsch detailliert die Förderung von P2P-Projekte über einen als INTERREG-Projekt organisierten Kleinprojektefonds beispielhaft an der Euroregion Elbe/Labe. Toralf Schiwietz stellte mögliche andere Modelle vor, machte aber gleichzeitig deutlich, dass die Präferenz der Euroregionen nach wie vor bei der Umsetzung als Schirmprojekt liegt.

Wie misst man Integration?

Die Vertreterinnen und Vertreter der EU-Kommission diskutierten rege zu den aufgeworfenen Fragestellungen, insbesondere die Messbarkeit des Erfolgs von P2P-Projekten wurde intensiv hinterfragt. So seien bisher verwendete Indikatoren, wie die Anzahl von teilnehmenden Personen oder Institutionen, nur unzureichende Hilfsmittel. Es wurde auf Ähnlichkeiten zum Erasmus-Programm, welches neben INTERREG zu den großen Erfolgen der EU zählt, verwiesen. Auch hier sind die Ergebnisse der sogenannten weichen Maßnahmen kaum messbar. Dies wird umso schwerer, wenn einzig der Beitrag zu Wachstum und Beschäftigung zählt. Dennoch sollten Kenngrößen gesucht werden, mit denen sich der Erfolg von P2P-Projekte und ihr Effekt für die Grenzregionen abschätzen lassen.

P2P-Projekte nach 2020

Die Euroregionen machten deutlich, dass sie in der notwendigen vollständigen Vorfinanzierung und dem mit der Umsetzung verbundenen bürokratischen Aufwand zwei Haupthindernisse für P2P-Projekte sehen. Um das Einfließen dieser und weiterer Hinweise in die Vorbereitung der Förderperiode nach 2020 zu gewährleisten, sind weitere abgestimmte Aktivitäten der Euroregionen sowie der AGEG (Arbeitsgemeinschaft der Europäischen Grenzregionen) vorgesehen.

 

Quelle: Europaregion PRO EUROPA VIADRINA

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