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„INNOVATION UND TRADITION“ Hinrich Brunsberg und die spätgotische Backsteinarchitektur in Pommern und der Mark Brandenburg

Die von Dirk Schumann M.A., Berlin, im Auftrag des Kulturforums östliches Europa in Kooperation mit dem Nationalmuseum in Stettin und der Erzdiözese Stettin-Cammin erstellte zweisprachige Foto- und Tafelausstellung mit Bildern des Berliner Fotografen Thomas Voßbeck zum Baumeister Heinrich Brunsberg und seinen Bauten wird vom 28. Juni bis 3. September 2017 im Museum der Stadt Pasewalk gezeigt.

Hinrich Brunsberg (um 1350 im baltischen Raum geboren und nach 1428 wahrscheinlich in Stettin verstorben) ist neben den Parlern (Familie von Steinmetzen, Bildhauern und Baumeistern, die im 14. Jahrhundert bedeutende Werke gotischer Kunst und Architektur in ganz Europa erschufen oder mitgestalteten) einer der bedeutendsten und auf dem Gebiet der Backsteinarchitektur einer der wenigen namentlich bekannten mittelalterlichen Baumeister im südlichen Ostseeraum.

Er wirkte um 1400 vor allem in Pommern und in der Mark Brandenburg. Die mit seinem Namen verbundenen Bauwerke gehören zur Blütephase der Spätgotik in der Region. Die Ausstellung stellt an Hand der Kirchen, Rathäuser und Stadttore in Pommern (Pomorze Zachodnie bzw. Województwo Zachodniopomorskie), Brandenburg und der Neumark (Nowa Marchia bzw. Woj. Lubuskie i część Woj. Zachodniopomorskiego) die für Brunsberg typische bauliche Gestaltung einer aufwendigen und dekorativen Zierarchitektur vor, die in der Regel mit modernen Bau- und Raumformen der Zeit verbunden ist. Außerdem will sie zeigen, dass die Mark Brandenburg und Pommern um 1400 einem einheitlichen Kulturraum angehörten.

Eine Inschrift an der Nordkapelle der Katharinenkirche in Brandenburg an der Havel besagt, dass der Meister Hinrich Brunsberg von Stettin die Kirche 1401 errichtet habe. Diese Inschrift bildet den Ausgangspunkt, eine charakteristische Architekturgestaltung mit seinem Namen zu verbinden. Über das Leben Hinrich Brunsbergs ist wenig überliefert. Erstmals greifbar wird sein charakteristisches Dekor aus aufwendigen Formsteinprofilen, feingliedrigen Maßwerkfüllungen und Ziergiebeln an dem um 1389 fertiggestellten Chor der Marienkirche im Pommerschen Stargard/Stargard Szczeciński. Bauwerke mit vergleichbarer Gestaltung finden sich in Stettin/Szczecin, Königsberg in der Neumark/Chojna, Prenzlau, Gartz und Tangermünde.

Hinrich Brunsberg war jedoch nicht allein in leitender Position auf diesen Baustellen tätig. 1411 sind in Brandenburg der Stettiner Baumeister Nikolaus Craft und 1412 in Prenzlau der ebenfalls aus Stettin stammende und sicher mit ihm verwandte Claus Brunsberg nachweisbar, die für die moderne Technologie sowie den charakteristischen Dekor verantwortlich zeichneten. Quelle: www.potsdam.de

Museum Pasewalk
Prenzlauer Straße 23 a
17309 Pasewalk
Tel.: 03973 251 234
Öffnungszeiten auch am Sonntag von 14:00 Uhr-18:00 Uhr

Interessenten können die Publikation "Innovation und Tradition", 107 Farb- und Schwarz-Weiß-Abbildungen, 124 Seiten, ISBN 978-3-936168-60-0, im Museum käuflich erwerben.

Seit 2015 gibt es die polnische Ausgabe des Katalogs unter dem Titel "Innowacja i tradycja. Henryk Brunsberg i późnogotycka architektura ceglana Pomorza i Brandenburgii", ISBN: 978-83-940636-4-1.

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