Suchtprävention in der Region

Geschrieben von Andreas Bergemann
Gemeinsame Pressemitteilung der Präventionsräte des Landkreises Ostvorpommern und der Hansestadt Greifswald zum Thema Suchtprävention in der Region Suchtprävention muss so früh wie möglich beginnen und alle Bereiche des
gesellschaftlichen Lebens wie Familie, Kindergarten, Schule u.a. fassen. Zu
dieser Feststellungen kamen am 8. April 2002 die Mitglieder der
Präventionsräte des Landkreises Ostvorpommern und der Hansestadt Greifswald
in einer gemeinsamen Sitzung. Unter der Leitung der Landrätin, Frau Dr.
Syrbe und des Oberbürgermeisters, Herrn Dr. König, trafen sie sich mit
Fachleuten von Polizei und Justiz, Beratungsstellen und der Universität, um
gemeinsam mit ihnen zum Thema "Zunahme der Suchtprobleme - wie reagiert
unsere Region darauf ?" zu beraten und Entscheidungshilfen und
Handlungsempfehlungen für Verwaltung und Politik zu formulieren.

Im Spannungsfeld unterschiedlicher Herangehens- und Sichtweisen wurden durch
die Anwesenden Grenzen und Defizite im Bereich der Suchtprävention
ausgelotet und aktuelle Projekte, wie das durch EU-Mittel geförderte
"Grenzüberschreiende Netzwerk in der Suchtvorbeugung für die Euroregion
Pomerania", beschrieben.

Die Erfahrungen der vergangenen 30 Jahre haben verdeutlicht, so hob Prof.
Prüß vom Institut für Erziehungswissenschaften der
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald hervor, dass Aufklärung über die
Gefahren von Drogen allein nichts bringen. Diese läuft ins Leere ohne eine
langfristige Änderung der gesellschaftlichen Stimmung der Akzeptanz und des
Wegsehens im Bereich des Drogenkonsums.

Um in der Auseinandersetzung mit Sucht und Abhängigkeit nicht auf der
Strecke zu bleiben, bedarf es einen intensiven Umdenkungsprozesses:
notwendige Voraussetzungen dafür sind
die Auseinandersetzung mit eigenen Suchtgewohnheiten wie auch eine früh
einsetzende Suchtprävention unter Einbeziehung aller am Erziehungsprozess
Beteiligten. Die Schaffung eines sozialraumbezogenen, attraktiven
Freizeitangebotes, das Kinder und Jugendliche herausfordert und ihnen die
Möglichkeit gibt, sich auszuprobieren, gehört zu den dringenden
gegenwärtigen Aufgaben.
Kontrollmodelle, wie das Jugendschutzgesetz, die derzeit schon existieren,
jedoch im Alltag versagen, gehören auf den Prüfstand.

Welchen Beitrag können Kommunen zu einer erfolgreichen Suchtprävention
beitragen. Das war die Frage, die die Mitglieder der Präventionsräte von
Ostvorpommern und der Hansestadt Greifswald an diesem Abend bewegte.

In einer intensiv geführten Diskussion verständigten sich die Teilnehmer auf
gemeinsame Lösungsansätze:
- Frühstmöglicher Beginn der Suchtvorbeugung
- Intensivierung und Ausbau der Eltern- und Schularbeit (Elterntraining)
- Verbesserung des Freizeitangebotes für Kinder und Jugendliche
- Ausbau eines Netzwerkes bestehender Beratungsangebote
- Ausbau der Qualität von Beratungsangeboten (Fortbildung von Beratern)

Ohne Geld geht nichts, aber Geld ist nicht alles. Das war die einhellige
Meinung aller Anwesenden. Um Suchtvorbeugung in Ostvorpommern und der
Hansestadt Greifswald in hoher Qualität leisten zu können, ist nicht immer
ein Mehr an finanziellen Mitteln nötig. Aber um Planungssicherheit für die
Anbieter von Beratungs- und Therapieangeboten aufrechtzuerhalten und die so
notwendige Kontinuität und Qualität im Bereich der Suchtprävention zu
garantieren, benötigen freie Träger die langfristige finanzielle
Absicherung.

Die Mitglieder der Präventionsräte verständigten sich auf eine Fortsetzung
der gemeinsamen Arbeit des Landkreises OVP und der Hansestadt Greifswald im
Bereich der Kriminalprävention.

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