Nicht der Große frisst den Kleinen, sondern der Schnelle den Langsamen

Geschrieben von Pomerania Geschäftsstelle
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Unternehmerfahrt: Firmeninhaber Brandenburgs und Mecklenburg-Vorpommerns besuchten mit Danzig einen der entwicklungsstärksten Räume Polens

Bericht und Fotos von Rainer Marten, Chefreporter der Pasewalker Zeitung
"Vor der Wende habe ich über die Kammer der Technik Polen dienstlich mehrmals besucht; nach der Wende habe ich die Angebote der Pomerania zu Besuchen im Nachbarland genutzt. Ich staune, wie sich das Land entwickelt. Wenn Deutschland nicht aufpasst, werden uns die Polen sehr bald überholen." Dieses Fazit zog am Ende der viertägigen Unternehmerfahrt Winfried Bohn, Inhaber des Akquisitionsbüros Bohn, Eberswalde. Zusammen mit 21 weiteren Personen, in der Regel Firmeninhaber, besuchte er mit Gdańsk (Danzig) eine der derzeit entwicklungsstärksten Regionen nicht nur der Wojewodschaft Pommern, sondern ganz Polens.

Die Teilnehmer erwartete ein dicht geknüpftes Programm mit Gesprächen in der Agentur zur Entwicklung Pommerns und der Generalkonsulin der Bundesrepublik Deutschland in Danzig, Ute Minke-Koenig. Die Stadt Danzig nutzte den Aufenthalt der Deutschen und stellte Investitionsmöglichkeiten vor. Gesprächspartner waren Darius Gobis, Direktor der Handwerkskammer der so genannten Dreistädte Sopot, Gdynia und Danzig sowie Unternehmer des Deutsch-Polnischen Wirtschaftskreises Gdańsk. Besichtigt wurden die Niederlassung Dr. Oetker Polska sowie die 13. Polyacht, die Danziger Wassersportmesse, die 11. Danziger Tourismusmesse, die 3. Messe für Investitionsvorhaben im Hotelgewerbe und die 13. Messe für die Ausstattung und Versorgung von Gastronomieobjekten, Hotels und Geschäften (Gastroexpo). Stadtrundgänge rundeten das Programm ab.

Vor allem die Zahlen zur Dreistadt Danzig, Gdynia und Sopot sowie zur Stadt Slupsk machten Eindruck. In dieser 18 000 Quadratkilometer großen Region mit rund 2,2 Millionen Einwohnern (sechs Prozent der Bevölkerung Polens) boomt derzeit die Wirtschaft. Allein in Danzig sank die Arbeitslosigkeit von 12,8 Prozent im Jahre 2002 auf 3,4 Prozent im Jahre 2007. Allerdings spiele hier neben der wirtschaftlichen Entwicklung auch die Arbeitnehmerfreizügigkeit eine Rolle, die zur Abwanderung polnischer Arbeitskräfte geführt habe, erläuterten Martin Piatkowski und Blazek Kucharski von der Agentur zur Entwicklung Pommerns bzw. von der Stadtverwaltung Danzig. In der Wojewodschaft Pommern betrug die Arbeitsloenquote 2007 12,9 Prozent; in einzelnen Kreisen der Wojewodschaft hatte sie allerdings auch schon einen Stand von bis zu 29 Prozent.

Attraktiv sei Danzig auch unter dem Aspekt, dass die Stadt als wirtschaftliche Sonderzone gelte und unter anderem mit der Freistellung von der Einkommenssteuer werben könne. Vorteilhaft sei der Standort ebenfalls unter dem Aspekt des Bildungswesens. Allein an den 30 Hochschulen der Region hätten sich 100 000 Studenten eingetragen. Einen weiteren wirtschaftlichen Schub verspricht sich Danzig von der Ausrichtung der Fußballeuropameisterschaft im Jahre 2012.

IMG_0928.JPGEinige Eindrücke hinterließ unter anderem der Abstecher zur Niederlassung Dr. Oetker Polska. 1922 eröffnete in Danzig/Oliwa die Niederlassung. 1945 wurde sie enteignet und 1991 zuerst über einen Joint Ventures neu gegründet, schließlich 1994 voll privatisiert. Zwischenzeitlich unterhält das Unternehmen vier Produktionsstätten in Polen insgesamt und beschäftigt über 600 Mitarbeiter. Allein am Standort Oliwa sind es in der Produktion und im Labor 145 Mitarbeiter.

Kennzeichnend für diese Unternehmerreise waren zahlreiche individuelle Gespräche von Unternehmern mit polnischen Geschäftsleuten. "Für mich war diese Reise sehr wichtig, weil ich jetzt weiß, wie die deutsch-polnischen Zusammenarbeit für unsere Firma aussehen kann. Ich habe ein Bild davon bekommen, ob ich überhaupt Chancen auf dem polnischen Markt habe", meinte unter anderem Roswitha Hoberg aus Schlaubetal-Fünfeichen. IMG_0938.JPG Ihr Unternehmen PolyWin Handels- und Vertriebs GmbH vertreibt hochwertige Fußböden aus Kunststoff der hauseigenen Produktserie WINFLOOR.

"Der Wachstumszuwachs hier in Polen ist unwahrscheinlich. Und für mich steht fest, dass nicht der Große den Kleinen frisst, sondern der Schnelle den Langsamen. Deutschland muss aufpassen", meinte Geschäftsinhaber Winfried Bohn.

Die Unternehmerreise hatten die beiden Service- und BeratungsCentren der Pomerania Schwedt und Pasewalk sowie die IHK Ostbrandenburg, Projekt enterprise europe network, organisiert. "Wir haben in der Vergangenheit die Erfahrung gesammelt, dass über derartige Reisen es besser gelingt, Kontakte zu knüpfen. Deshalb richten wir solche Exkursionen mindestens einmal jährlich aus und organisieren Fahrten direkt in polnische Unternehmen", stellte Renate Rabe vom Service- und BeratungsCentrum der Pomerania in Pasewalk fest.



Foto 1: Die Danziger Frauengasse (ul. Mariacka) wurde nach der Zerstörung 1945 später wieder im alten Stil aufgebaut. Kennzeichnend für die Gasse sind die "Beischläge" - in den Straßenraum ragende kunstvolle Vorbauten.

Foto 2: Produktionsleiter Tomasz Kiedrowski (links) stellte die Dr. Ortker-Niederlassung in Danzig vor. Bereits 1922 wurde die Niederlassung in Danzig/Oliwa gegründet. 1991 kehrte die Firma zum alten Standort zurück.

Foto 3: Roswitha Hoberg informierte in Polen über Fussbodenbeschichtung.

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