Polen in Zuckerfabrik Anklam

Geschrieben von Pomerania Geschäftsstelle
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Landwirte aus Westpommern informierten sich über die Zuckerfabrik Anklam und die neue Ethanolproduktion


Ein Bericht des freien Journalisten EDGAR OFFEL aus Wusterhusen


Der Präsident der westpommerschen Zuckerrübenanbauer Edward Szczepanik (Mitte) war von der Zuckerfabrik Anklam beeindruckt. Gedolmetscht von Maciek Jurczak (rechts) hatte der langjährige Mitarbeiter und nunmehrige Rentner Ernst Spierung (links) die polnischen Gäste durch die Produktionsanlage geführt.

Vermittelt von der Kommunalgemeinschaft Pomerenia verschafften sich Ende November Vertreter des Anbauerverbandes und der Landwirtschaftskammer der Wojewodschaft Westpommern einen Eindruck, was bezüglich Zuckerfabrik und eventueller Bioethanolproduktion auf sie zukommt. "Anklam verarbeitet viermal so viel wie die Fabriken bei uns. Alles ist so sauber und modern", war Edward Szczepanik, Präsident des Regionalverbandes der Zuckerrübenanbauer Stettin, beeindruckt.

In Westpommern würden noch 650 Landwirtschaftsbetriebe rund 460.000 Tonnen Rüben an die einzig verbliebene Fabrik Kluczewo bei Stargard (Stettin schloss 2006, Greifenberg bereits 2003) liefern, informierte Szczepanik beim anschließenden Forum. Mit einem Durchschnitt von 17 Hektar pro Betrieb ständen die westpommerschen Rübenanbauer im Vergleich zu anderen polnischen Regionen noch gut da (allerdings hat die Agrarfirma Witkowo allein 650 Hektar). Sie hätten mit denselben Problemen zu kämpfen wie die deutschen Kollegen: einem niedrigeren Rübenpreis im Vergleich zu Weizen und Raps, verdoppelte Dünger- und hohe Kraftstoffkosten. Auch bei der Technik gäbe es immer weniger Unterschiede. Bezüglich einer alternativen Nutzung der Rüben wäre man jedoch in Polen noch nicht über das Stadium der Vorgespräche hinaus gekommen. Besonderes Interesse hatte Szczepanik an Rüben als Zusatzstoff von Biogasanlagen.

Der Ertrag von durchschnittlich 42 Tonnen je Hektar bereitete Szczepanik keine Zukunftsängste. Vielmehr verblüffte er beim anschließenden Forum mit der Forderung, dass die Forschung auch eine Verwendung für die Rübenköpfe finden müsste, weil das Abschneiden etwa sechs Prozent Ernteverlust bedeuten würde. Außerdem würden die auf dem Feld verbliebenen Köpfe den Boden vergiften und Wildschweine anlocken, die die nachfolgenden Kulturen zerstören. Für den Geschäftsführer der Anklamer Zuckerfabrik, Ingo Kuchenbrandt, war die Forderung keinesfalls so absurd. "Die neue Zuckermarktordnung zwingt uns, auch diese Frage neu zu stellen." Derzeit gäbe es technologisch jedoch keine Lösung.




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