Wie ein Mann sich in dieses Haus verliebte - die Pomerania lud am 17.04.2012 Touristiker zu einer Reise ins Nachbarland Polen ein

Geschrieben von SBC Neubrandenburg
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Gruppenfoto vor dem 275 Jahre alten Fachwerkhaus in Widzieńsko (Hohenbrück)
Ein Bericht der Journalistin Gabriele Heyden (Fotos: G. Heyden) Die Pomerania lädt zu einer Reise ins Nachbarland Polen ein:

Gut 80 Touristiker aus Deutschland und Polen fahren mit. Eine Station ist der

kleine Ort Widzieńsko, wo ein 275 Jahre altes Fachwerkhaus internationale Begegnungen ermöglicht.



Widziensko (Hohenbrück). Wechselvoll ist die Geschichte des Fachwerkhauses, das im polnischen Widzieńsko steht. In seinen 275 Jahren war es Oberförsterei, Lebensmittelladen, Wohnhaus - dann folgten Leerstand und Zerfall. In den 1970er-Jahren entdeckte ein Künstlerehepaar aus Stettin das Anwesen und verliebte sich in Haus und Garten. Mühevoll richtete der Maler und seine Frau das Gebäude wieder her. In dieser Idylle malte er bis ins hohe Alter. 1995 suchte der Künstler einen Nachfolger für sein Haus, fand aber niemanden, der sich dem mittlerweile wieder sanierungsbedürftigen Fachwerkhaus widmen wollte.

Mit dieser kurzen Hausgeschichte empfing Martin Schröter seine Gäste. Tourismusfachleute aus Vorpommern-Greifswald und angrenzenden Regionen waren am Dienstag mit der Pomerania unterwegs, um sich bei ihren Kollegen im polnischen Nachbarland umzuschauen und sich mit ihnen auszutauschen. Dass sie im Dörfchen Widziensko von einem deutschen Hausbesitzer begrüßt wurden, war eine Überraschung. Martin Schröter ist ein umtriebiger Mann, der zufällig gefundene Wege gerne weiter geht. Denn den Berliner führte der Zufall zu diesem alten Fachwerkhaus, das nun bereits seit 17 Jahren ein Ort der Begegnungen für Menschen mit unterschiedlichsten Interessen ist.

Der gelernte Hufschmied brauchte Heu für seine Pferde. In der Zeit nach der Wende war im Berliner Umland keines zu bekommen. Beim polnischen Nachbarn sei das anders, erfuhr er. So machte er sich auf zu Bauern hinter der Oder. Sein Weg führte ihn an einem Fachwerkhaus vorbei. Ein Schild wies auf eine Galerie hin. Da er selbst bis zum Ende der DDR im Berliner Prenzlauer Berg eine Galerie betrieben hatte, war er natürlich neugierig. So lernte er den polnischen Maler kennen. »Ich war sofort in dieses Haus mit seinem wildromantischen Grundstück verliebt«, verriet er. Eine Freundschaft entstand. Die polnische Mentalität nahm den Mann schnell ein. Und irgendwie ist er dann Hausherr im einstigen Oberforsthaus geworden. »Von Anfang an war es mein Anspruch, hier eine Begegnungsstätte auf privater Ebene zu schaffen.« Das sei seit nunmehr 17 Jahren gut gelungen.

Hausbesitzer_17042012.JPG Nachbarin_17042012.JPGNeue Entwicklungen gibt es seit Kurzem. Die Touristikorganisation der Gemeinde Stepnica arbeitet gut mit ihm zusammen. Iwona Krępic, Geschäftsführerin der Organisation, in der seit einem Jahr Unternehmer aus der Tourismusbranche und aus verwandten Branchen an einem Strang ziehen, berichtete den deutschen Besuchern von ihren Vorhaben und Zielen. Man wolle insbesondere den sanften Tourismus fördern, sagte sie. Die Organisation organisiere Schulungen, Projekte, Umweltbildung, fördere den Absatz regionaler Produkte, biete Reiten, Foto-Ausflüge, Workshops, eine Schule der aktiven Erholung für Jugendliche an, organisiere Übernachtungen bei Landwirten und auch im Forsthaus und knüpfe Kontakte, die der Entwicklung der Region zuträglich seien, erfuhren die Exkursionsteilnehmer.

Dass die dortige Region sanften Tourismus wünscht, sagte auch der zuständige Revierförster, der die Besucher über die Natur und Tierwelt des Naturparks aufklärte. Neun bis elf Seeadler-Brutpaare seien in dem Natura-2000-Gebiet registriert. Elche und auch Wölfe würden immer öfter gesichtet. Den Biber gebe es im Überfluss, so der Forstmann, was mitunter zu Konflikten mit der Forst- und Landwirtschaft führe. Zahlreiche Flüsse, Oderseitenarme und das Haff laden zu wassersportlichen Aktivitäten ein.

Der umtriebige Berliner Martin Schröter wohnte zwei Jahre fest in seinem alten Forsthaus, entwickelte dort in seiner Bionik-Firma ein besonderes Holzbett, lebt jetzt aber in Wolgast, wo er an einer touristischen deutsch-polnischen Vernetzung arbeitet. Sein neuestes Projekt heißt HOP Transnationales Netzwerk Odermündung.

www.hop-transnet.org

www.stepnica.org.pl



Etwas enttäuscht vom Luxus



Deutsche Touristiker besuchen das Luxushotel »Palac Maciejewo Spa & Wellness« im polnischen Maciejewo.



Luxushotel_17042012.JPGMaciejewo (Matzdorf). »Ich bin ein bisschen enttäuscht«, sagte Pomerania-Geschäftsführer Peter Heise nach dem Besuch des Hotels »Palac Maciejewo Spa & Wellness«, das am Lechickie-See vor den Toren des Dörfchens Maciejewo gelegen ist. Der junge Direktor des polnischen Luxushotels hatte die Teilnehmer der deutsch-polnischen Unternehmerreise für Tourismusfachleute im Eiltempo durch einige Räume geführt und über Stuckornamente sowie historische Kamine erzählt. Das Interesse der Gäste aus Greifswald-Vorpommern und angrenzenden Regionen galt aber vor allem wirtschaftlichen Aspekten und dem Marketing. Davon erfuhren sie auf Nachfrage einige Happen, so beispielsweise, dass die Anlage über 60 Zimmer verfügt. Aus Schweden kämen gerne Firmen, die hier Tagungen abhielten.

Die Chefin des Ueckermünder Hotels »Pommern Mühle«, Moung-Yul Braun, begab sich selbst auf Recherche und besichtigte Zimmer, auch die im Turm. »Im Hochzeitszimmer ist das runde Bett zu klein und die Matratze viel zu weich«, lautete ihr Urteil. Zudem fehle ihrer Ansicht nach ein Spiegel an der Decke. »Es ist mir auch zu wenig romantisch eingerichtet«, sagte sie. Die Übernachtungspreise indes fanden die Besucher angenehm, das Doppelzimmer kostet 310 Zloty, ein Appartement 420. Reiten, Jagen, Angeln und Tennis spielen sind möglich. Auch die Küche des Hauses testeten die deutschen Touristiker. Da gab’s nichts zu meckern. Der Palast Maciejewo ist ein 100 Jahre altes Schloss, ehemaliger Sommersitz derer von Flemming.

www.palacmaciejewo.pl



Prenzlau wirbt mit Landesgartenschau 2013 zur »Grünen Wonne«



Prenzlau. Vom 13. April bis zum 6. Oktober 2013 findet die fünfte Landesgartenschau des Landes Brandenburg in Prenzlau statt. Über dieses große Vorhaben berichtete Thomas Guhlke, Geschäftsführer der LaGa Prenzlau 2013 gGmbH. Erste Station der Teilnehmer der deutsch-polnischen Unternehmerreise für Tourismusfachleute, zu der die Pomerania am Dienstag eingeladen hatte, war das Internationale Jugendgästehaus Uckerwelle in Prenzlau. Dort informierten sich die Touristiker über den Stand der Gartenschau-Vorbereitungen und auch über das besondere Jugendhotel der Stadt.

»Die Stadt wird liebens- und lebenswerter«, sagte Thomas Guhlke. Die Baumaßnahmen für die Gartenschau sei ein Stück nachhaltige Stadtentwicklung. Er führte die Anwesenden virtuell auf den Wegen der »Grünen Wonne«, so der Slogan der Schau 2013, durch die Uckermarkstadt. Der See solle wieder mehr Aufmerksamkeit erfahren, sagte der Geschäftsführer, der sich auch einen wirtschaftlichen Aufschwung für Prenzlau verspricht. UckerWelle_17042012.jpgEinen Aufschwung erlebt auch die Uckerwelle, denn für 1,4 Millionen Euro sei angebaut worden. Ende Mai sei die Eröffnung der neuen zwei-etagigen Zimmer für jeweils acht Kinder geplant. Das Augenmerk des Jugendgästehauses liege vor allem auf sozial Schwächeren, die kaum in einem Hotel übernachten könnten. »In der Uckerwelle können sie das und zudem eine Weltreise machen.« Dafür sorge die Gestaltung des Hauses, so Geschäftsführerin Sieglinde Knudsen.

www.uckerwelle-pz.de



Foto 2: Die Nachbarin von Martin Schröter kümmerte sich um das leibliche Wohl der Gäste. Ihr Kuchen schmeckte ausgezeichnet. Im Hintergrund ein alter Holzherd, der noch in Funktion ist.



Foto 3: Iwona Krępic von der Tourismusorganisation Stepnica und Martin Schröter, der aus dem geschichtsträchtigen Haus in Widzieńsko ein Haus der internationalen Begegnung gemacht hat.



Foto 4: Zwei Bürgermeister und eine Hotelchefin: Dietmar Jesse aus Eggesin, Detlef Schultz aus Mönkebude und Moung-Yul Braun aus Ueckermünde vor dem Hotel »Pałac Maciejewo Spa & Wellness«

Foto 5: Erste Station der Pomerania-Exkursion war das Internationale Jugendgästehaus UckerWelle in Prenzlau.




Anmerkungen der Redaktion>:

Die Organisation der Unternehmerreise lag in den Händen der Service- und BeratungsCentren der Euroregion POMERANIA in Neubrandenburg und Szczecin. Die Veranstaltung wurde unterstützt durch die EU - INTERREG IV A



Auf einem Fragebogen bewerteten die Exkursionsteilnehmer abschließend die Veranstaltung wie folgt:

Auswertung_Befragung_17042012.pdf - [33 kbyte]
Internet: