Stettiner Architektur im Wandel der Zeiten

Geschrieben von SBC Neubrandenburg
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Anhand historischer Karten erläutert Architekt Jerzy Nowak (rechts) den Bauverlauf der Stadt unter der Maßgabe der Verteidigung. Foto: Günter Schrom
Ein Bericht von GÜNTER SCHROM über den Deutsch-Polnischen Erfahrungsaustausch für Baufachleute am 25. April 2013 in Szczecin (Stettin)


"In Stettin ist in den letzten Jahren baulich sehr viel geschehen, von denen wir heute ein paar Beispiele in Augenschein nehmen konnten. Ich hätte mir noch mehr Zeit für persönliche Gespräche gewünscht", sagte der Statiker Klaus-Peter Strasen, Inhaber des B7-Ingenieurbüro für Baustatik, Bauberatung und Bauphysik aus Neubrandenburg.



Dr. Olaf Fetting von der Planungsgesellschaft Dr. Fetting mbH aus Ueckermünde fand es sehr gut "ungezwungen beim Kaffeetrinken über das Eine oder Andere zu reden, Objekte von Fachleuten aus der Branche kennen zulernen und Hintergrundinfos zu erhalten".
Dem schloss sich auch Diplomingenieurin Petra Wolscht aus Eggesin an, die ein Ingenieurbüro für Hochbau betreibt und zum ersten Mal die Stadt während einer fachlich betreuten Stadtführung auf Spurensuche unter dem Motto: "Stettiner Architektur im Wandel der Zeiten" mit dem Stettiner Architekten Jerzy Nowak hautnah miterlebte.



Organisiert wurde die eintägige Unternehmerreise von den Service- und BeratungsCentren der Euroregion POMERANIA in Neubrandenburg und Stettin, an der über vierzig Fachleute aus Vorpommern, Brandenburg, Neubrandenburg, Rostock sowie acht aus Stettin teilnahmen.



Schloss_Szczecin.JPGDer Rundgang mit Jerzy Nowak begann im Innenhof des Schlosses der Pommerschen Herzöge und führte durch die Frauenstraße mit dem schmucken Patrizierhaus, in der sich heute eine Schule für Bildende Künste befindet. Nach einer alten Stadtkarte, heutigen Stadtplänen und Projekten bis hin zur Besichtigung alter Stadtmauerreste erläuterte Nowak das Baugeschehen der Stadt vom Mittelalter bis zur Gegenwart.



"Die Verteidigung der Stadt bestimmte ihre bauliche Entwicklung", zeigte Nowak auf.



Altstadt2_Szczecin.JPGTurm_Jakobskathedrale.JPG Jakobskathedrale_Szczecin.JPG



Stettin aus der Vogelperspektive mit seinen sternförmigen Plätze und breiten Alleen, vielen Grün- und Parkanlagen, die nach dem Vorbild der französischen Hauptstadt im 19. Jahrhundert erbaut und rekonstruiert wurden, oft auch das 'Paris des Nordens' genannt, erlebten die Fachleute vom Turm der Jakobskathedrale, die nach der teilweisen Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wieder aufgebaut wurde. Bei 56,18 Metern hielt der Lift zum Aussteigen. Ein musikalisches Erlebnis gab es im Mittelschiff, in dem die Orgel mit ihren 4700 Pfeifen, darunter 183 horizontale Zungenpfeifen, wie in einem musikalischen Zauber erklang.



Danach führte uns Agnieszka Fader durch das unterirdische Stettin, durch Teile der Trasse im Zweiten Weltkrieg der unter den Schienensträngen erbauten meterdicken größten Zivilschutzanlage Polens unter dem Stettiner Hauptbahnhof. Hier konnten bis zu 5000 Personen auf rund 3000 Quadratmeter Fläche untergebracht werden. Über 160 Bunkeranlagen wurden in der Zeit von 1941 bis 1943 zum Schutz der Bevölkerung gebaut und im Krieg durchgehend genutzt.



"Dieses Alleinstellungsmerkmal in Europa diente im Kalten Krieg als streng gesichertes Geheimnis als Atomschutzanlage bis 1992 und wurde ab 2006 für den Tourismus geöffnet. Es gab nie einen guten Krieg und keinen schlechten Frieden", konstatierte Agnieszka Fader.



Heute wird der landesweit größte Luftschutzraum auch für zahlreiche Kulturveranstaltungen wie zum Beispiel für das Internationale Festival der Visuellen Künste genutzt.



Bunker3_Szczecin.JPGAgnieszka Fader zeigt anhand der Tafel den Ausbau der Anlage während des Zweiten Weltkrieges. Bunker2_Szczecin.JPGLinks im Bild: NDR-Redakteurin Birgit Steinfeldt im Gespräch mit dem Dolmetscher Rafał Borkowski. Bunker_Szczecin.JPG1945 - Stettin ist Polnisch. So wie es die Alliierten bereits 1943 beschlossen hatten.



Während der Busfahrt durch Stettin wurde die vom deutschen Architekten Adolf Thesmacher entworfene Kreuzkirche in der Werderstraße (Stettin-Westend) im Sakralbau der klassischen Moderne und das selbst entworfene und gebaute Haus im Mörikeweg 12 (Stettin-Neuwestend), so auch neue Architektur am Beispiel von Wohnsiedlungen und öffentlichen Bauten, wie der Bau des Sportcenters für Senioren, in Augenschein genommen.



Einen besonderen Dank sagen die Teilnehmer des Erfahrungsaustausches dem Architekten Jerzy Nowak und dem Dolmetscher Rafał Borkowski für sein Durchhaltevermögen.



Resümee: Die polnische Hansestadt Stettin blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Zerstörung und Wiederaufbau sind in der Metropole am Haff auch heute allgegenwärtig. Die vielen historischen Gebäude, die den Kriegen und Bränden zum Opfer fielen, wurden im 20. Jahrhundert mit viel Liebe zum Detail und fachlichem Können wiederaufgebaut.



Fotos: Günter Schrom - Bitte klicken Sie auf das jeweilige Bild, um eine größere Version einzublenden.
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