Je reicher ein Land, umso größer die Abfälle

Geschrieben von SBC Neubrandenburg
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Der Pasewalker Journalist Günter Schrom berichtet über das 70. Deutsch-Polnische Unternehmerforum am 18.11.2013 in Myślibórz (Fotos: Günter Schrom) In Myślibórz im Südwesten der Woiwodschaft Westpommern, bis 1945 als Soldin zur Neumark gehörend, fand am 18. November 2013 das 70. Deutsch-Polnische Unternehmerforum in der Pension "Am See" zum Thema: "Systeme der kommunalen Abfallentsorgung und -verwertung in Polen und Deutschland - Änderungen, Neuerungen und bisherige Erfahrungen", statt. Im Rahmen des Forums wurden wirtschaftliche und organisatorische Strukturen der Abfallwirtschaft in der deutschen und polnischen Grenzregion vorgestellt und diskutiert. Die Themen reichten von der Frage der Gebührenerhebung für die Entsorgung kommunaler Abfälle beiderseits der Grenze, die Pflichten und Aufgaben der Kommunen bei der Schaffung von Annahmestellen zur selektiven Entsorgung kommunaler Abfälle bis hin zu den Möglichkeiten der Förderung im Bereich der Abfallwirtschaft durch staatliche Einrichtungen sowie der umweltfreundfreundlichen Lösungen der Abfallentsorgung und Recyclingverfahren und Fragen des Naturschutzes. Paweł Bartnik, Direktor des Verbandes der polnischen Gemeinden der Euroregion Pomerania in Stettin, zeigte sich überrascht über die zahlreichen Gäste aus den Kommunen, vom Landrat, Bürgermeister bis hin zu den Verwaltungsangestellten, die ihr Interesse an der zukunftsweisenden Thematik bekundeten.

70.DPUFJanowicz.JPGDer Bürgermeister der rund 12000 Einwohner zählenden Gastgeberstadt, Arkadiusz Janowicz, forderte eine Bewusstseinsänderung auf allen Ebenen bis zum einzelnen Haushalt, um das neue Gesetz zur Siedlungsabfallwirtschaft in Polen strikt einzuhalten.

70.DPUFKiepas-Kokot.JPG"Noch hat das neue Gesetz über die Abfallwirtschaft viele Mängel. Die Idee ist gut. Nicht alle Gemeinden zeigten sich bisher optimistisch. Vorher brauchte keiner für die Müllabfuhr bezahlen. Heute werden alle zur Kasse gebeten. Es gilt, die wilden Müllkippen im ländlichen Raum abzubauen und die getrennte Sammlung von Siedlungsabfällen u. a. nach Kunststoff, Metall, Glas, Papier zu organisieren und alte Gewohnheiten zu überwinden. Hier sei Bildungsarbeit gefragt", konstatierte Dr. Ing. Anna Kiepas-Kokot von der Westpommerschen Technischen Universität Stettin, die auch als "Titan der Abfallwirtschaft" bezeichnet wird.

70.DPUF_Ocic.JPGMartina Ocik, Referatsleiterin Abfallwirtschaft im Ministerium für Wirtschaft, Bau und Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern, informierte über den Stand des Systems der Abfallwirtschaft in Deutschland, das nach dem Kreislaufwirtschaftsgesetz die Vermeidung, die Vorbereitung zur Wiederverwendung, Recycling, sonstige Verwertung und Beseitigung von Abfällen beinhaltet. "Immerhin", so die Referatsleiterin, "fallen je Einwohner in M-V rund 180 Kilogramm Verwertungsabfälle pro Jahr an, die künftig getrennt gesammelt nach Bioabfällen werden müssen, an. Hinzu komme die anfallende Gülle aus der Landwirtschaft, die bei der Verbrennung, Deponierung, Vergärung und Kompostierung wieder erfasst und in mehr als 300 Biogasanlagen zu Wirtschaftsdünger auf landwirtschaftlichen Flächen unter abfallrechtlichen Vorschriften produziert werden kann". Hinzu kommen die Bio-Abfälle, das Aufkommen und die Entsorgung von Bau- und Abbruchabfällen wie Beton, Ziegel, Bitumengemische, Holz, Boden und Steine und andere.

70.DPUFMontulet.JPGDer Franzose Roger Montulet, Geschäftsführer der Gesellschaft für Recycling mbH EKO-MYŚL Dalsze, zeigte in seinem Vortrag, wie in seinem Unternehmen mit fünfzig Mitarbeitern die Trennung, Entsorgung und andere Entwicklungen von Recyclingverfahren zur Gewinnung von Brennstoffen und Energie aus Abfällen praktiziert wird. "Wir müssen ein Bildungszentrum ins Leben rufen, damit die Leute verstehen, dass eine Plasteflasche erst in einhundert Jahren abgebaut wird und die Ozeane mit Plasteabfällen verseucht sind, die wir über die Nahrung wieder aufnehmen", konstatierte Montulet.

Dr. Patrycja Rogalska70.DPUFRogalska.JPG, Direktorin des Schulungsforschungszentrum im Bereich der erneuerbaren Energie "OSTOJA" an der Westpommerschen Technischen Universität Stettin zeigte innovative und umweltfreundliche Lösungen der Abfallentsorgung und stellte Tätigkeitsfelder des Zentrums für Umweltbildung vor. So seien in der biologischen Aufarbeitungsanlage in der Nähe von Police einhundert Proben aus Papier, organischen Abfällen und Kunststoffen aus drei Städten untersucht worden, aus denen sieben Prozent Recyclingstoffe gewonnen werden konnten. In ihrer Präsentation zeigte sie, wie das Zentrum für Ökologische Bildung und Abfallwirtschaft in der Praxis funktioniert. "Insbesondere im ländlichen Raum dominierten in der Herbstzeit die Abfälle mit Schwermetallen und Asbest", zeigte sie auf. Insgesamt war das 70. Deutsch-Polnische Unternehmerforum ein Zugewinn an Wissen und praktischen Hinweisen zum Umgang mit Siedlungsabfällen.
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