Studienreise entlang der deutsch-polnischen Grenze

Geschrieben von Joanna Fajfer-Ślósarek

Transcoding Pomerania ist ein EU-Projekt, das von Interreg VA kofinanziert und von den polnischen und deutschen Verbänden der Euroregion Pomerania durchgeführt wird. Das Projekt richtet sich in erster Linie an Mitarbeiter beider Büros, aber auch an Menschen, die sich für die deutsch-polnische Zusammenarbeit interessieren. In den letzten Monaten haben die Mitarbeiter der Euroregion Pomerania an vielen Integrationsworkshops, Vorträgen und Seminaren teilgenommen und die Sprache ihrer Nachbarn gelernt, um ihre Kompetenzen zu verbessern und sich besser kennenzulernen und zu verstehen.

Diesmal haben unsere Verbände im Rahmen des Projekts Transcoding Pomerania eine Studienreise entlang der deutsch-polnischen Grenze organisiert und mehr als zwanzig Personen zur Teilnahme eingeladen. Die Reise fand vom 11. bis 14. Oktober 2021 statt und war geprägt von vielen interessanten Begegnungen, Gesprächen und gemeinsamen Erfahrungen.

Das Treffen begann in Cieplice in der Euroregion Nysa. Sie ist die einzige trilaterale Euroregion an der deutsch-polnischen Grenze. Hier trafen wir dank des Entgegenkommens von Kollegen aus der Euroregion auf aktive Begünstigte und lokale Aktivisten. Einer von ihnen war Adam Spolnik, der uns einlud, drei Objekte zu besichtigen, die im Rahmen des Mikroprojektfonds für die polnisch-tschechische Grenze kofinanziert wurden: Das Schloss in Stara Kamienica, die Feuerwache und die Isergebirgs-Kunstgalerie in Kromnów.

In der Euroregion Nysa trafen wir auch den langjährigen Bürgermeister von Świeradów Zdrój, Roland Marciniak, der mit dem innovativen, im Rahmen der polnisch-tschechischen Zusammenarbeit geförderten Tourismusprojekt Single Track Świeradów Zdrój prahlte. Es ist das erste Radwegenetz in Europa, das darauf ausgelegt ist, das Radfahren zu optimieren und dabei im Einklang mit der Natur zu bleiben.

Świeradów Zdrój hat vor kurzem auch eine neue Marke eingeführt, die Tausende von Touristen anlockt. Es ist der 62 Meter hohe Sky Walk-Turm. Die Besteigung des Gipfels ist ein Spaziergang in den Wolken. Unsere Gruppe hatte die Gelegenheit, dies zu erleben, und es war einer der stärksten Eindrücke der Reise.

Am nächsten Tag stand ein Besuch des Geoparks Muskauer Bogen auf dem Programm, der zum Unesco-Welterbe gehört. Der Park an der polnisch-deutschen Grenze schützt die aus dem Weltraum sichtbare Endmoräne, die während der mittelpolnischen Vereisung entstanden ist. Der Park liegt in der Euroregion Spree-Neiße-Bober und zieht Besucher aus der ganzen Welt an.

Die Atmosphäre des polnisch-deutschen Grenzlandes war in der Partnerstadt Gubin-Guben zu spüren, in die wir von den Vorständen der beiden Vereine der Euroregion Spree-Neiße-Bober eingeladen wurden. Hier war Zeit, um Erfahrungen mit der Umsetzung von Projekten im Rahmen des Kleinprojektfonds auszutauschen, über die Zukunft unserer Grenzregion zu sprechen und die neuen Möglichkeiten zu erörtern, die sich durch die neue Finanzielle Vorausschau 2021-2027 ergeben.

Der letzte Tag der Studienreise war in der Euroregion Pro Europa Viadrina geplant. Bei einem Besuch in Frankfurt (Oder) lernten wir die Besonderheiten der Zusammenarbeit zwischen Brandenburg und der Woiwodschaft Lubuskie kennen. Die Kooperation der Hochschulen in Frankfurt und Słubice ist zu einem Markenzeichen der Region geworden und schafft einen Rahmen für die deutsch-polnische Zusammenarbeit. Dabei geht es nicht nur um gemeinsame Studien, den Austausch von Mitarbeitern und Studenten, sondern auch um gemeinsame Projekte zur Entwicklung der Region, wie den Hochwasserschutz oder gemeinsame Polizeistreifen.

Wir beendeten unsere Studienreise in Kostrzyn in der Altstadt, die heute nicht mehr existiert. Die Stadt, von der nur noch ein paar Ziegelsteine und Gestrüpp übrig sind, macht einen deprimierenden Eindruck. Aber gerade hier wurde ein Projekt von regionaler Bedeutung entwickelt. Es handelt sich um die Festung Kostrzyn aus dem 16. Jahrhundert, die im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde, aber dank der EU-Subventionen wieder aufgebaut und renoviert wurde, um Touristen anzuziehen, die sich für Militärkunst interessieren.
Die Studienreise zeigte die Einzigartigkeit der deutsch-polnischen Grenzregion: ihre Schönheit, ihre komplizierte Geschichte und die Menschen von heute, die eine neue Geschichte der Grenzregion schreiben. Sie hat den Mitgliedern der Gruppe aber noch etwas viel Wichtigeres gegeben: eine Gemeinschaft von Erfahrungen, Nähe und Offenheit füreinander. Wir hoffen, dass die Integration von polnischen und deutschen Arbeitnehmern der Euroregion Pomerania, die das Ziel des Projekts ist, auch für unsere Begünstigten spürbar wird.